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Inhaltsbereich: Produzentengeschichte

Die Zukunft ist weiblich

Blumenpflückerin Grace Mumbi
Grace Mumbi arbeitet bei Panda Flowers in Kenia als Blumenpflückerin.

Fairtrade in Kenia

Das Süßwasserjuwel des Lake Naivasha wird von den braunen Felswänden des ostafrikanischen Grabens eingefasst. Touristen kommen an das Gewässer um eine Bootstour zu unternehmen oder den benachbarten Hell's Gate Nationalpark zu besuchen. Grace Mumbi kam, um Arbeit zu suchen auf den Blumenfarmen um den See.

Der 38-jährigen ging es erbärmlich, damals. Die Zukunftssorgen erdrückten die allein erziehende Mutter: „Niemals hätte ich zu hoffen gewagt, dass meine beiden Kinder je zur Schule gehen und ich ein eigenes Häuschen besitzen würde.“ Ihr zurückhaltendes Wesen, die Falten und die grauen Haarsträhnen sind alte Weggefährten aus jener Zeit.

Und umso stärker ist die Wirkung ihrer nächsten Sätze: „Ich bin dankbar und glücklich. Heute ist beides tatsächlich Wirklichkeit! Kevin Chegge, mein Sohn, möchte Fernsehjournalist werden und meine Tochter Esther Njoki Krankenschwester. Es ist mein größter Wunsch, dass sich ihre Träume erfüllen.“

Der Joint Body bestimmt über die Verwendung der Fairtrade-Prämie

Geschenkt worden ist Grace Mumbi bisher kaum etwas. Auch das Geld für die Rückzahlung des Haus- und Grundstück-Kredites wird sie sich in den nächsten Jahren vom Gehalt absparen müssen. Aber hätte der Joint Body, das Arbeiter-Gremium der Panda Flowers Blumenfarm, nicht beschlossen, mit den Premium-Geldern des Fairen Handels Beihilfen zu geben und die Sicherheit zu stellen, wären Grace und die Anderen überhaupt nicht kreditwürdig gewesen. Für europäische Verhältnisse geht es dabei um lächerliche Summen, jeweils ca. 2500 Euro – für die Angestellten mit rund 70 Euro Einkommen im Monat ist dies aber schon ein Vermögen. Und wenn die Schulleistungen ihrer Kinder weiterhin so gut bleiben, wird auch die anschließende Ausbildung durch das Stipendien-Programm des Joint Body unterstützt werden. „Inzwischen besucht das erste Arbeiterkind sogar schon die Universität!“, verrät Grace mit einem Blitzen in den Augen.

Sechs Gründe Fairtrade-Rosen zu kaufen!

 

Die Blumenfarmen um den Lake Naivasha bieten Zehntausenden von Menschen Lohn und Brot, knapp 2000 Menschen finden allein auf Panda Flowers ihr Auskommen. 

1200 Frauen stellen hier die Mehrheit der Arbeitskräfte, denn nur wachsen tun die Blumen von alleine.

Die Rosen sind empfindliche Wesen – Vermehrung, Pflanzung, Pflege, Düngen, Pflücken und Verpacken – all dies erfordert ein Heer von umsichtigen Händen. Die Männer übernehmen auf der Farm Bewässerung und Pflanzenschutz, sie stellen die Fahrer und den Großteil der Führungskräfte. Auch im 16-köpfigen Joint Body, sind die Frauen mit zwölf Mitgliedern in der Mehrheit.

Die Fairtrade-Prämie stärken Arbeiterinnen auf Blumenfarmen

Nicht nur in Kenia konnte Dank Fairtrade die Situation der Blumenpflückerinnen und Arbeiter verbessert werden. Auf allen Blumenfarmen, die Fairtrade-zertifiziert sind, werden den Arbeiterinnen und Arbeitern ein Mindestlohn und faire Arbeitsbedingungen garantiert. Das bedeutet sowohl strenge Umwelt- und Sicherheitsstandards als auch eine Gemeinschaftsprämie, die für soziale und ökonomische Projekte verwandt wird. Die Farmen unterliegen den regelmäßigen Kontrollen durch unabhängige Inspekteure.

Fair gehandelte Rosen stammen aus Ecuador, Indien, Kenia, Sri Lanka, Tansania und Zimbabwe. Die in Deutschland verkauften Rosen kommen vor allem aus Ostafrika und Lateinamerika. Deutschland gilt als Weltmeister des Blumenimports, denn die heimische Produktion kann den Bedarf nicht decken. Fairtrade-Rosen sind eine gute Alternative und der Faire Handel setzt damit ein Zeichen für soziale Produktionsbedingungen und Umweltschutz.

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