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Fairer Handel mit Baumwolle

Ein Gewinn für alle
Auf der ganzen Welt sind etwa 100 Millionen Haushalte in 70 Ländern an der Produktion von Baumwolle beteiligt. Baumwolle ist besonders für die Menschen in West- und Zentralafrika, in Indien, Pakistan und Zentralasien eine wichtige Einnahmequelle.
Baumwolle wird zu einem großen Teil im globalen Süden angebaut. Der Baumwollpreis wird allerdings durch Subventionen der nördlichen Produktionsländer künstlich tiefgehalten – zum Nachteil der Produzenten im Süden, die keine Subventionen bekommen.
Baumwolle - das weiße Gold
Subventionen und Einfuhrbeschränkungen im Norden machen den Bauernfamilien im Süden das Leben schwer.
Der jährliche Verlust durch US-Subventionen allein für die Länder Benin, Burkina Faso, Tschad und Mali beziffern unterschiedliche Studien auf 43 bis 126 Millionen Dollar. In den USA erhalten die Baumwollfarmer zwischen zwei und drei Milliarden US-Dollar pro Jahr an Zuschüssen, in der EU (Spanien und Griechenland) sind es etwa 275 Millionen Euro. So bleiben die Erzeuger aus Industriestaaten wettbewerbsfähig, denn sie können ihre Baumwolle zu niedrigen Preisen verkaufen.
Fairtrade steigert das Einkommen der Bauern
Für die Produzentengruppen im Süden dagegen sinken die Margen, denn die Marktpreise decken die Produktionskosten nicht mehr. Der Faire Handel mit Baumwolle soll helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Durch Fairtrade erhielten die Kooperativen in Burkina Faso 2009 pro Kilogramm Bio-Baumwolle einen festen Mindestpreis von 0,55 Euro – im Vergleich zum üblichen Marktpreis von 0,22 Euro.
So verdienen die Bauern und Bäuerinnen fast 120 Prozent mehr als beim konventionellen Anbau.
Außerdem fließen 5 Cent pro Kilogramm Baumwolle, die Fairtrade-Prämie, in Gemeinschaftsprojekte der Bauern-Kooperative: Zum Beispiel für Brunnen, Schulbänke oder Investitionen in die Gesundheitsvorsorge.
Fairtrade und Bio - ein starkes Doppel
Fairtrade fördert zudem den biologischen Anbau und zahlt einen Bio-Aufschlag. Bauern erhalten Unterstützung bei der Umstellung auf ökologischen Anbau. In Westafrika und Indien ersetzen bereits viele Produzenten chemisch-synthetisch hergestellte Düngemittel und Pestizide durch organische Dünger. Im konventionellen Anbau haben Pestizide oft gravierenden Einfluss auf die Gesundheit. Viele Menschen leiden unter Atemproblemen und Hautkrankheiten, bei Frauen ist das Risiko einer Fehlgeburt erhöht.
Weitere Informationen zur Fairtrade-Baumwolle:
Fairtrade-Standards Baumwolle - Fibre Crops (engl.)
Fairtrade-Mindestpreise (engl.)
Fairtrade-Produzentengruppen (engl.)
Baumwoll-Broschüre (3,77 MB)





