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Inhaltsbereich: die Fairpacker

Schüler-Firma "die Fairpacker"

Logo "die Fairpacker"
Erfolgreich wirtschaften und sozial handeln - das Konzept der "Fairpacker"

Hintergrund

Ein Bericht von Salome Rodeck, Marketingleiterin der Schülerfirma "die Fairpacker" am Karlsruher Fichte-Gymnasium.

Wir sind eine junge Firma am Fichte-Gymnasium in Karlsruhe, die sich unter der Schirmherrschaft des „Junior-Projekts des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln JUNIOR GmbH“ gegründet hat. Dieses Projekt unterstützt Arbeitsgemeinschaften an Schulen bei der Gründung einer Firma unter realen Bedingungen, zum Beispiel durch die Bereitstellung von Aktien, die wir an unsere Anteilseigner zu je 10€ verkauft haben.

Das Ziel ist es, unter echten Bedingungen ein Unternehmen zu gründen, zu managen, einzelne Abteilungen mit unterschiedlichen Aufgaben zu bilden, und natürlich letztlich auch erfolgreich zu wirtschaften und Gewinn zu erzielen.

Natürlich geht es dabei nicht ausschließlich um finanzielle Produktivität. Die AG bietet eine einmalige Möglichkeit, einen echten ersten Einblick in unterschiedlichste Berufsfelder, aber auch zukünftige Problemstellungen zu erlangen. Interessiert mich dieser Beruf? Habe ich Führungskompetenzen? Kann ich mich sinnvoll in Diskussionen einbringen und auch andere Meinungen akzeptieren? Die Arbeit unter solch realen Bedingungen ermöglicht die Beantwortung beruflicher als auch persönlicher Fragen und ist eine enorm nützliche Erfahrung für die spätere Zukunft.

Mitglieder der Schülerfirma "die Fairpacker"
"die Fairpacker" machen mehr als nur schöne Taschen.

die Fairpacker

Unsere Firma hat sich im Gegensatz zu den meisten anderen Junior-AGs in Deutschland gegen den reinen Umsatzerfolg entschieden. Die Taschen, die wir produzieren, sind aus biologischer Baumwolle und aus Fairem Handel.

Uns war es wichtig, nicht einfach möglichst schnell möglichst viel Gewinn zu machen, sondern unser Potential und unsere Verantwortung der Umwelt und unseren Mitmenschen gegenüber wahrzunehmen und entsprechend zu handeln und zu wirtschaften. Daher haben wir auch eine Kooperation mit der „Partnerschaft-Westafrika e.V.“ angestrebt, um die Aufmerksamkeit auch auf globale Probleme zu lenken und nicht nur auf globalen wirtschaftlichen Erfolg.

Mit unseren kreativen Designs, die wir uns gemeinsam in vielen Wochen Arbeit ausgedacht haben, wollen wir junge Trends setzten um jung wie alt für den Vorzug ökologischer Mode zu begeistern.

Uns ist es gelungen, einmalige Unikate zu produzieren und gleichzeitig „bio“ zu sein, und wir sind stolz darauf, zeigen zu können, dass dies kein Widerspruch sein muss, sondern, dass es ganz leicht ist „up to date“ zu sein: junges, einmaliges Design auf fairen Taschen.

Erfolge

Wir konnten gleich zu Anfang einige Erfolge verzeichnen. Der Chef des Karlsruher Finanzamtes bestellte unsere ersten 30 Taschen. Den ersten Großauftrag hatten wir für einen Karlsruher outdoor- Ausstatter, das „Basislager“.

Danach stand schon die erste Hauptversammlung an, auf der wir über unser Vorhaben informierten und die Rechnungsrevisoren wählten.

Anfang März konnten wir einen großen Gewinn durch den Verkauf unserer Taschen auf dem „Tag der offenen Tür“ am Fichte-Gymnasium verzeichnen. Dabei haben wir uns noch etwas ganz besonderes für die Kinder ausgedacht: Durch Schattenrisse konnten wir das Profil der Leute auf eine Tasche bannen, eine Idee, die nicht nur die Kleinen begeisterte.

Für unseren bislang größten Kunden, das Naturkundemuseum Karlsruhe, haben wir unser Motivsortiment nochmals erweitert, um speziell auf den Schwerpunkt des Museums einzugehen- Taschen mit Chamäleons und Schlangenköpfen waren das sehenswerte Resultat! Ferner sind wir nun auch echten Kunstfans zugänglich, da unsere Taschen in einer Kunstgalerie ausgestellt werden, dem „Kunsttransit“ in Karlsruhe.

Sonstiges

Natürlich gibt es für uns als Schüler auch weitere praktische Gründe: Wir konnten mit der Junior-AG unseren Stundenplan auffüllen, um auf die nötige Stundenanzahl zu kommen. Außerdem haben wir durch die Bewerbung beim Landeswettbewerb von JUNIOR die Möglichkeit, unsere Note als „besondere Lernleistung (bLl)“ anrechnen zu lassen. Dadurch entfällt für uns die Präsentationsprüfung im Abitur. Die Note setzt sich aus Eindrucksnoten während der Bestehungszeit, einer schriftlichen Abgabe von 10-15 Seiten und einem Kolloquium vor einem Lehrer, einem Zweitkorrektor und der restlichen Firma, zusammen.

Fazit

Wir haben durch die Gründung und die gemeinsame Zeit als „die Fairpacker“ eine Menge gelernt. Wir sind nicht nur an unseren eigenen Aufgaben gewachsen, sondern sind auch als Gruppe näher zusammengerückt, da wir festgestellt haben, dass eine gute Zusammenarbeit das A und das O eines funktionieren Unternehmens ist.

Natürlich ist es oft auch enorm anstrengend, zeitweise sogar frustrierend, wenn wir beispielsweise nicht ernst genommen werden, oder ständig abgewiesen. Doch auch dies sind Aufgaben der realen Marktwirtschaft, die es lohnt, kennen zu lernen und mit ihnen umzugehen.

Daher kann ich es nur jedem empfehlen, der motiviert ist Zeit aber auch „Blut und Spucke“ in ein Projekt zu investieren. Den man bekommt mindestens soviel zurück, wie man investiert. Um es mit den Worten eines Aktionärs zu sagen.

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